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Jahresrückblick 2020

Dezember 2020


2020 - Heute endet ein Jahr, wie es sich zu Jahresbeginn vermutlich niemand vorgestellt hat. 

Begonnen hat unser Jahr im Januar und Februar bereits mit vielen Aktivitäten - bis März.

Eine Pandemie erschütterte die Welt. Ab diesem Zeitpunkt wurde alles anders. 

Tätigkeiten die bis dahin als selbstverständlich galten, mussten abgeändert, verschoben oder sogar abgesagt werden. Es mussten Maßnahmen ergriffen werden, um das Coronavirus einzudämmen. Bereits im März wurde durch unsere Kommandanten und Vorstände eine schriftliche Anweisung an alle Mitgliedern ausgegeben, welche beispielsweise die Absage aller Übungen, Vereinsveranstaltungen, Geburtstagsbesuche und Vorstandschaftssitzungen sowie Verhalten bei Einsätzen beinhaltete. So mussten nach jedem Einsatz die Fahrzeuge gründlich desinfiziert, ein Mund-Nasen-Schutz bei Besetzen der Fahrzeuge und an der Einsatzstelle getragen werden und auch eine Einsatznachbesprechung konnte nur bedingt stattfinden. 


Für uns alle neu, konnten wir die Situation gemeinsam doch perfekt meistern. Wir gingen neue Wege, Besprechungen oder Sitzungen fanden über die neue Medien wie Skype o.ä. statt. 


Unsere Jahreshauptversammlung kann dieses Jahr leider auch nicht stattfinden.

Im folgenden möchten wir euch aber gerne einen kleinen Rückblick über das vergangene Jahr geben:


EINSÄTZE:  

2020 wurden wir zu insgesamt 37 Einsätzen gerufen. Im Vergleich zu den Vorjahren ist dies rückläufig. Die Coronopandemie wirkte sich vor allem auf die Einsätze auf der Autobahn A6 aus, fehlende Pendler, weniger Urlauber und viele Arbeiter im HomeOffice haben das Verkehrsaufkommen reduziert, weshalb wir im Vergleich zu den Vorjahren erfreulicherweise rund 20% weniger Einsätze mit VSA hatten. 

Heraushebend sind allerdings die Brandeinsätze, welche heuer deutlich zugenommen haben. 

Besonders erwähnenswert sind folgende Einsätze:

Nach einem starken Schneefall wurden wir im Februar zu einer tödlichen Massenkarambolage auf die BAB 6 durch die Leitstelle Regensburg angefordert. 17 Fahrzeuge, unter anderem auch einige LKW‘s, waren hierbei beteiligt. Insgesamt mussten über 20 verletzte Personen versorgt werden. Vor Ort waren neben unzähligen Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei auch der Rettungshubschrauber sowie das THW. Wir leiteten den Verkehr an der AS Sulzbach-Rosenberg aus, später an der AS Alfeld. Nach über 6 Stunden konnte der Einsatz für uns beendet werden. 


Im Juli wurden wir von der ILS Amberg als örtlich zuständige Feuerwehr zu einem Brand einer Hackschnitzelheizung in Haag alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Kräfte stand das Nebengebäude, in welchem sich die Heizung befand, bereits in Vollbrand. Das Feuer drohte auf eine angrenzende Pension überzugreifen. Zu dieser Zeit befanden sich hier noch schlafende Gäste. Als oberste Priorität stand deshalb die Evakuierung der Gäste sowie der Aufbau einer Riegelstellung im Fokus.  Alle Personen konnten gerettet, ein Übergreifen erfolgreich verhindert werden.

Im Einsatz war auch die Drehleiter aus Amberg sowie die "Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung".Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in die frühen Morgenstunden hin. Erst gegen 5:00 Uhr konnten wir uns wieder einsatzbereit am Standort melden.  


Einer der größten Einsätze in der jüngeren Geschichte unserer Wehr hatten wir ca. eine Woche später. Von der ILS Amberg wurden wir gegen 23:00 Uhr zu einem B 4 - Brand landwirtschaftliches Anwesen nach Ullersberg alarmiert. Bereits auf Anfahrt war der helle Feuerschein durch die dunkle Nacht sichtbar.
Eine landwirtschaftlich genutzte Halle mit einer Fläche von 72 x 22m stand in Vollbrand. 

Als ersteintreffende Wehr übernahmen wir umgehend die Riegelstellung zum benachbarten Stall, in welchem sich ca. 800 Rinder befanden. Gefahr ging auch von der benachbarten Biogasanlage aus. Das Übergreifen konnten wir in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Ursensollen in letzter Sekunde erfolgreich verhindern. 
Ein im brennenden Gebäude befindlicher Dieseltank, befüllt mit 4000 Litern, hat die Situation verschärft. Dieser musste ständig gekühlt werden. 

Ebenfalls zur Brandbekämpfung war die Feuerwehr Amberg und Gailoh mit anwesend. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung richteten die Feuerwehren Traßlberg und Kümmersbruck einen Pendelverkehr ein.

Neben der UG-OEL war auch die SEG des BRK Amberg mit vor Ort. Die SEG stellte für alle Einsatzkräfte die Versorgung mit Getränken und Essen sicher. 

Die Nachlöscharbeiten zum Großbrand zogen sich noch über viele Stunden hinweg. Unmengen an Heu mussten in einer aufwendigen Aktion mit Bagger und Lader auseinander gezogen und zur nebenliegende Wiese transportiert werden, wo wir dieses ablöschten. 


Am Ende unserer Kräfte angelangt, wurden wir zusammen mit der Feuerwehr Ursensollen am Donnerstag gegen 20:00 Uhr von den anderen Gemeindefeuerwehren Garsdorf, Hausen, Thonhausen und Zant aus dem Einsatz rausgelöst. Diese Feuerwehren übernahmen die Brandwache in der Nacht von Donnerstag auf Freitag.
Am Freitag gegen 7:00 Uhr übernahmen wir wieder die restlichen Nachlöscharbeiten, die wir gegen Freitagmittag beenden konnten.

Abschließend zur Großschadenslage in Ullersberg möchten wir uns herzlich bei allen anderen Rettungsorganisationen für die gute Zusammenarbeit bedanken, ebenfalls bei den Landwirten für die tolle Unterstützung mit den Güllefässern.


KINDER-/JUGENDFEUERWEHR:

Gestartet hatte das Jahr bereits sehr aktiv. Im Januar konnten wir mit unserem frisch eingeweihten Kinderfeuerwehrauto schon den ersten Kindergeburtstag besuchen. Weiter ging es gleich im Februar mit dem Besuch der Feuerwache Amberg. Unsere Kids staunten ganz schön über die vielen roten Fahrzeuge, den Schlauchturm und die Atemschutzstrecke. Die Gruppenstunden mussten ab März dann leider coronabedingt bis zum restlichen Jahr ausfallen. Im November allerdings überraschte unsere Leiterin der Kinderfeuerwehr und unser 2. Vorstand Fabian Schildbach die Mitglieder der Kinderfeuerwehr mit zwei Kinderbüchern und einem Adventskalender. Hier konnten wir einigen Kids ein Lächeln ins Gesicht zaubern.


Bei unserer Jugendfeuerwehr ging das Jahr auch schon voll motiviert los. 

Nach zahlreichen Übungsstunden legte unsere Jugendfeuerwehr bereits im Februar die Bayerische Leistungsprüfung erfolgreich ab. Dabei sollen die Feuerwehranwärter die Grundkenntnisse der Feuerwehr-Dienstvorschrift 3 „Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz“, die Gerätekunde und die Unfallverhütungsvorschriften lernen und festigen.  Hauptaugenmerk liegt hierbei nicht in der Schnelligkeit, sondern im geordneten und fehlerfreien Ablauf.

In der Abnahme ging es für die Jugendlichen erst in den praktischen Teil, der aus fünf Einzel- und fünf Truppübungen bestand. Hier konnten die Nachwuchskräfte den Schiedsrichtern Kreisbrandinspektor Hubert Blödt und den Kreisbrandmeistern Armin Daubenmerkl und Alexander Graf ihr erlerntes Wissen unter anderem bei Knoten, Kuppeln einer Saugleitung und beim Auswerfen eines Druckschlauches beweisen. Der theoretische Teil befasste sich mit dem richtigen Beantworten von fachspezifischen Fragen über den allgemeinen Feuerwehrdienst. 

Blödt bescheinigte den Jugendlichen eine hervorragende Leistung. Stolz über diesen Erfolg zeigten sich auch die Jugendwarte Andreas Dötterl und Lukas Reuß, welche die Nachwuchskräfte bestens auf diesen Tag vorbereiteten. 


Auch bei der Jugendfeuerwehr endete damit leider das Jahr. Jegliche Übungsdienste mussten abgesagt werden. Lediglich im Oktober konnten wir im Rahmen der Möglichkeiten noch die jährliche Wartung der Unter- und Überflurhydranten vornehmen, um zu Beginn der Frostperiode jederzeit ein Öffnen gewährleisten zu können. 


NEUBESCHAFFUNG:

Zu den größeren Beschaffungen im Jahr 2020 gehören heuer vor allem die neue Sirene, die neue Einsatzkleidung sowie die Sichtschutzwand. 

Im Mai 2020 erhielten wir eine neue Sirene zur Alarmierung. Unsere E57 diente treu über 60 Jahre und lief als zusätzliche Alarmierung zum Meldeempfänger bei größeren Einsatzmeldungen. Die neue Sirene ist von Hörmann, Typ ECI 600. Diese ist vollelektronisch und hat zusätzlich eine Durchsagefunktion, mit welcher die Bevölkerung bei verschiedensten Katastrophenschutzfällen o.ä. gewarnt werden kann.


Regen, Nebel, früh einsetzende Dunkelheit, schlechte Sicht - pünktlich zu Beginn der kalten Jahreszeit erhielten wir im November unsere neue persönliche Schutzausrüstung der Fa. HF-Sicherheitskleidung. Diese löst nun unsere bisherigen Löschanzüge vom Model "Bayern 2000" ab, welche wir seit rund 20 Jahren im Einsatz haben.

Die neue Schutzbekleidung unterscheidet sich zum bisherigen Model vor allem durch die neue rote Farbe (bisher schwarz) und die "HuPF"-Warnbestreifung, welche uns vor allem bei Autobahneinsätzen einen wertvollen Mehrwert in Sachen Sichtbarkeit gewährt. 

Durch das geringere Gewicht bietet die neue PSA auch einen angenehmeren Tragekomfort. Reflektierende Verstärkungen aus Kevlar an den Schultern und Ellenbogen bieten einen zusätzlichen Schutz. 

Die ersten Aktiven haben die neuen Löschanzügen bereits erhalten, nach und nach werden jetzt bei Ersatzbeschaffungen auch die restlichen Aktiven mit der neuen PSA ausgestattet. 


Besonders freut uns auch, dass mit der Anschaffung auch gleich neue Überhosen beschafft wurden. Jeder unserer Atemschutzgeräteträger bekommt schrittweise seine eigene persönliche Überhose, welche bei Brandeinsätzen zu einem erheblichen Schutz der Einsatzkraft beiträgt. 


Leider stellen wir immer häufiger fest, dass gerade auf Autobahneinsätzen ohne Rücksicht auf die Opfer gefilmt und fotografiert wird. Bei vielen "Gaffern" ist jegliche Hemmschwelle gefallen. Um diesen Phänomen der heutigen Zeit entgegenzuwirken, haben wir in diesem Jahr durch die Gemeinde Ursensollen eine neue Sichtschutzwand erhalten. 

Da derzeit coronabedingt keine Übungen stattfinden können, hat unser Gerätewart Alexander Meier zusammen mit zwei weiteren Kameraden für unsere Aktiven ein Schulungsvideo zum richtigen Aufbau erstellt. 

Die Sichtschutzwand kann in kürzester Zeit aufgebaut werden und wird mit Spanngurten und Magneten am Fahrzeug oder an der Leitplanke gesichert. Alternativ kann die "Gafferwand" mit Heringen im Boden befestigt werden. 

Wir sagen vielen Dank an die Gemeinde Ursensollen für die nützliche Anschaffung!


Erwähnenswert im Punkt Neubeschaffung sind auch die neuen THL-Handschuhe, mit welchen alle Aktiven ausgestattet worden sind sowie das Zubehörpaket für unsere Chiemseepumpe. 


Die heuer frei gewordene Zeit nutzten wir auch um für unsere Feuerwehr eine neue Homepage zu erstellen. Seit Mai glänzt unser neuer Onlineauftritt auch wieder im world wide web. Vielen Dank an alle Helfer, die hier viele viele Stunden für die Gestaltung investiert haben. 


VEREIN/AKTIVE WEHR:

Schweren Herzens mussten wir leider eine Reihe von Veranstaltungen absagen. Darunter fällt unter anderem das „Spiel ohne Grenzen“, bei welchem wir heuer Ausrichter für alle Kinderfeuerwehren im Landkreis gewesen wären sowie das jährlich stattfindende Johannisfeuer. Auch unsere "Christbaumversteigerung“ konnte nicht im gewohnten Rahmen stattfinden, stattdessen einigten wir uns allerdings auf einen „Christbaumverkauf“, welcher ebenfalls super von der Bevölkerung angenommen wurde und wir alle Bäume verkaufen konnten. Geburtstage konnten von unserem Verein ebenfalls nur bedingt besucht werden, alle geplanten Jubiläumsfeste im Landkreis wurden ebenfalls abgesagt. 


Bei der Kommandantenwahl im Januar wurde unser 1. Kommandant Christoph Staudte und unser 2. Kommandant Stefan Schinzl von den Aktiven bestätig. 

Bis auf kleiner Übungen konnten auch in der aktiven Wehr keine Ausbildungen stattfinden. 

Die bereits begonnene Truppmannausbildung musste unterbrochen werden. Leistungsabzeichen werden verschoben. Überbrückt haben wir die Pandemiezeit mit einem extra Baustein auf unserer Homepage, auf welcher selbsterstellte Schulungsvideos zu Neuanschaffungen für unsere Aktiven zu finden sind. 

Besonders erfreulich ist heuer allerdings, dass unsere Leiterin der Kinderfeuerwehr, Johanna Wiesner, an der staatlichen Feuerwehrschule Regensburg erfolgreich ihren Gruppenführerlehrgang abschließen konnte. 



Zum Schluss möchten wir uns bei allen Feuerwehren und Rettungsorganisationen für die hervorragende Zusammenarbeit im abgelaufenen Jahr bedanken! 

Wir wünschen Euch allen ein gutes und vor allem gesundes neues Jahr 2021 und hoffen sehr, im Jahr 2021 wieder ein Stück zur Normalität übergehen zu können.